Seligenstadt hat etwas, das die meisten Städte am Main verloren haben: eine Altstadt, die weitgehend erhalten geblieben ist. Fachwerk, enge Gassen, dazwischen die Einhard-Basilika und die Klosteranlage. Für Eigentümer ist das ein Wert — und der Grund, warum hier fast jede bauliche Maßnahme eine Frage mehr aufwirft als anderswo im Gebiet.
Wenn der Bestand älter ist als jede Norm
In der Kernstadt steht Substanz, die Jahrhunderte hinter sich hat: Fachwerk mit Lehmgefachen, Holzbalkendecken, gewachsene Grundrisse. Solche Häuser vertragen manches nicht, was anderswo Standard ist — eine dichte Innendämmung etwa kann mehr Schaden anrichten als Energie sparen. Hinzu kommt der Ensembleschutz: Farbe, Fenstersprossen und Dacheindeckung sind hier Genehmigungsfragen, keine Geschmacksfragen. Wir holen die Abstimmung mit der Denkmalbehörde ein, bevor eine Maßnahme zur Abstimmung gestellt wird, damit die Gemeinschaft nicht über etwas beschließt, das so nicht umsetzbar ist.
Froschhausen ist eine andere Welt
Jenseits des Mains, über die Brücke, liegt der zweite Stadtteil — deutlich jünger geprägt, mit Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier gelten die üblichen Fragen: Rücklagenhöhe, Heizungstausch, Aufzugswartung. Zwei so verschiedene Bestände in einer Stadt sind der eigentliche Grund, warum Seligenstadt keine Verwaltung von der Stange verträgt.
Zwanzig Minuten über die A3
Seligenstadt liegt auf der Ostachse unseres Gebiets, in einer Linie mit Mühlheim und Hanau — eine Strecke, die wir ohnehin regelmäßig fahren. Ortstermine lassen sich deshalb bündeln, statt für jeden einzelnen einen halben Tag zu veranschlagen.