Rodgau ist ein Name aus der Gebietsreform: 1977 wurden mehrere bis dahin eigenständige Gemeinden zu einer Stadt zusammengelegt, Jügesheim als größter Ortsteil wurde Verwaltungssitz. Geblieben ist die alte Ordnung — jeder Ortsteil hat seinen Kern, seine Vereine und seine eigene Vorstellung davon, wie man miteinander umgeht.
Kleine Gemeinschaften, große Beträge
Rodgau ist in den Sechziger- bis Achtzigerjahren als Wohngemeinde gewachsen, entsprechend dominieren Reihenhaussiedlungen und überschaubarer Geschosswohnungsbau. Viele Eigentümergemeinschaften liegen bei sechs bis fünfzehn Einheiten, und genau daraus entsteht das eigentliche Risiko: Eine Dachsanierung kostet nicht weniger, nur weil eine Gemeinschaft klein ist. Sie verteilt sich nur auf weniger Schultern.
Deshalb ist die Rücklagenplanung hier kein Formalakt am Ende des Wirtschaftsplans, sondern dessen wichtigste Zeile. Wir rechnen sie an der tatsächlichen Restnutzungsdauer von Dach, Heizung und Leitungen entlang — und sagen es deutlich, wenn der bisherige Ansatz dafür nicht reicht. Das ist unbequemer als eine niedrige Hausgeldvorauszahlung, aber ehrlicher als eine Sonderumlage, mit der niemand gerechnet hat.
Persönlich, nicht nur digital
In Ortsteilen, in denen sich Eigentümer und Beirat privat kennen, ist eine rein digitale Verwaltung kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Das Eigentümerportal mit Belegen und Beschlusssammlung gehört bei uns dazu — aber wer anruft, bekommt jemanden ans Telefon, der das Haus gesehen hat. Über die B45 sind wir in rund zwanzig Minuten da.