Darmstadt ist der südlichste Ort, den wir verwalten — und der einzige, in dem eine Eigentümerversammlung über eine denkmalgeschützte Fassade und über die Mängelliste eines Neubaus aus dem vorletzten Jahr im selben Monat entscheiden kann. Die Stadt hat mehrere Bestände, die kaum etwas gemeinsam haben.
Vier Straßen weiter ist alles anders
Bessungen und Martinsviertel. Dicht stehende Altbauten mit hohen Räumen, Stuck und oft denkmalgeschützten Fassaden, in Sichtweite der Mathildenhöhe, die seit 2021 zum UNESCO-Welterbe zählt. Ein neuer Anstrich ist hier kein Beschluss, den die Versammlung allein fasst: Er will mit der Denkmalbehörde abgestimmt sein, bevor das Angebot eingeholt wird — nicht danach.
Die Bahnstadt. Auf dem früheren Güterbahnhofsgelände entstanden, energetisch auf aktuellem Stand, und in weiten Teilen erst wenige Jahre alt. Solche Gemeinschaften stehen vor anderen Fragen: Die Teilungserklärung ist frisch, der erste Wirtschaftsplan noch nicht eingespielt, und Restmängel aus der Errichtungsphase laufen gegen Fristen, die niemand im Blick hat, wenn sie nicht jemand führt.
Wer hier besitzt, wohnt oft woanders. TU, Fraunhofer-Institute und GSI bringen Eigentümer, die auf Zeitverträgen in der Stadt waren und längst in Aachen, Zürich oder Boston sitzen. Für diese Gruppe ist der Zugang zum Eigentümerportal keine Bequemlichkeit, sondern die einzige praktikable Form der Teilnahme an der Gemeinschaft.
Der Weg führt an Frankfurt vorbei, nicht hindurch
Von Offenbach geht es über die A661 auf die A5, in der Regel gut eine halbe Stunde. Damit liegt Darmstadt am äußeren Rand dessen, was wir zusagen: Wir verwalten bewusst nicht in ganz Hessen, sondern in einem Gebiet, das sich an einem Vormittag abfahren lässt.