Kaum eine Stadt im Rhein-Main-Gebiet ist so von einem einzigen Unternehmen geprägt wie Rüsselsheim von Opel — seit 1862 am Ort, zuerst mit Nähmaschinen, später mit Automobilen. Das sieht man dem Wohnungsbestand bis heute an, und es bestimmt, wie Gemeinschaften hier funktionieren.
Werkssiedlung wird Eigentümergemeinschaft
Was einst als Werkswohnung entstand, ist längst aufgeteilt und verkauft. Übrig geblieben sind Gemeinschaften mit einer besonderen Eigenschaft: Viele Eigentümer wohnen seit Jahrzehnten dort, kennen sich, und haben eine Hausordnung, die nicht auf dem Papier steht, sondern in den Köpfen. Eine neue Verwaltung wird hier zuerst daran gemessen, ob sie zuhört. Danach daran, ob die Abrechnung stimmt — in dieser Reihenfolge.
Beim Verwalterwechsel ist gerade in solchen Beständen die Übergabe der kritische Punkt. Unterlagen aus vierzig Jahren liegen selten vollständig vor, und was fehlt, fällt oft erst auf, wenn ein Eigentümer verkauft und eine Beschlusshistorie braucht. Wir fordern fehlende Unterlagen schriftlich und mit Frist nach, statt die Lücke stillschweigend zu übernehmen.
Altstadt an der Festung
Im historischen Kern rund um die Festung Rüsselsheim steht dichter, teils denkmalgeschützter Bestand — mit den entsprechenden Auflagen bei Fassade, Fenstern und Dach. Das ist ein anderes Arbeiten als in den weitläufigen Neubaugebieten der Stadt, und es braucht andere Fristen in der Planung.
Jenseits von Frankfurt
Rüsselsheim ist der westlichste Punkt, den wir betreuen: von Offenbach aus über A66 und A60, in der Regel gut eine halbe Stunde. Wir sagen das offen, weil es zur Erwartung gehört — für die jährliche Begehung und geplante Termine ist das unproblematisch, für ein Objekt, das wöchentliche Präsenz braucht, wäre eine Verwaltung vor Ort die ehrlichere Empfehlung.