Der vollständige Zustandsraum
Sieben produktive Zustände plus zwei Verzweigungen — der Workflow modelliert sowohl den Erlaubnis-Pfad als auch die begründete Ablehnung. Drei zentrale Guards sind technisch erzwungen: Bonitätsauskunft vorhanden für entscheiden, Begründung erfasst für ablehnen, Enddatum erreicht oder vorzeitig beendet für beenden:
Der Übergang von entscheidung_pending nach abgelehnt verlangt zwingend eine Begründung im Freitext-Feld plus mindestens eine hochgeladene Unterlage als Beweismittel — das schützt vor späteren Klagen, in denen der Mieter Schadensersatz nach § 553 Abs. 3 BGB geltend macht.
Beispiel: Herr K. vermietet ein Zimmer an Frau B. für 6 Monate
Mieter Herr K. plant einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt in Singapur (Entsendung durch Arbeitgeber, Mietwohnung 95 qm in der Lindenstraße 12, Kaltmiete 1.250 €). Er möchte ein Zimmer (18 qm) an Frau B., eine Kollegin auf Zwischenstation, untervermieten — geplante Untermiete 450 € warm.
Der Ablauf von Antrag bis Genehmigung:
Die +60 € Mieterhöhung sind realistisch: Der Untermieter erhöht die Nutzung um eine Person, Heizung und Wasser steigen messbar — § 553 Abs. 2 BGB erlaubt eine angemessene Erhöhung. Bei einer Pauschal-Genehmigung ohne Auflagen wäre die Mieterhöhung verwirkt; der Workflow erzwingt die Erfassung im Genehmigungs-Schritt.
Technisch erzwungene Compliance
Der entscheidende Compliance-Punkt ist der Ablehnungs-Pfad. Akzeptiert ein Gericht die Ablehnungsgründe nicht, hat der Mieter Anspruch auf Erlaubnis plus Schadensersatz für entgangene Untermiete — bei 6 Monaten und 450 € Untermiete sind das schnell 2.700 €. ImmoGenio erzwingt im Übergang nach abgelehnt ein Freitext-Feld mit der konkreten Begründung (Überbelegung, unzumutbare Person, fehlende Auskunft) plus mindestens eine hochgeladene Unterlage. Eine pauschale Ablehnung „passt uns nicht” ist im Workflow technisch nicht möglich.
Der zweite Punkt ist die Mieterhöhung nach § 553 Abs. 2. Wer sie nicht im Genehmigungs-Schritt erfasst, hat sie verwirkt — nachträgliche Erhöhungen sind nach gefestigter Rechtsprechung ausgeschlossen. Der Workflow zeigt im Zustand entscheidung_pending einen Hinweis-Banner „Mieterhöhungs-Möglichkeit nach § 553 Abs. 2 BGB prüfen” und verlangt eine explizite Entscheidung — Aktivierung oder bewusster Verzicht mit Notiz.