— GenioFlow · Mieterhöhung

Mieterhöhung in 8 Stufen — F+B-Validierung als Guard, Versand erst nach 3 grünen Schwellen.

Die Mieterhöhung auf ortsübliche Vergleichsmiete ist juristisch heikel — eine überhöhte Forderung ist unwirksam, eine zu kurze Sperrfrist ebenso, ein fehlender Mietspiegel-Bezug macht die Begründung angreifbar. ImmoGenio führt den Prozess als 8-State-Sub-Workflow mit drei technisch erzwungenen Guards: F+B-Mietspiegel, Kappungsgrenze und Sperrfrist. Erst wenn alle drei Schwellen grün sind, ist der Versand möglich.

3–4 Stunden Recherche zu Vergleichsmiete, Kappungsgrenze und Frist pro Mieterhöhung 20 Min im Workflow — F+B, Kappung und Sperrfrist werden automatisch validiert
  • 8-State-Sub-Workflow: entwurf → mietspiegel_validierung → kappungsgrenze_geprueft → sperrfrist_geprueft → versandbereit → versendet → {zustimmung | zustimmungsfrist_abgelaufen} → {abgeschlossen | klage_zustimmung}.
  • F+B-Mietspiegel als technisch erzwungener Guard: ohne grüne Validierung kein Versand — schützt vor unwirksamer überhöhter Mieterhöhung.
  • Kappungsgrenze nach § 558 Abs. 3 BGB: 15 % in Mietkappungs-Gemeinden, 20 % sonst — automatisch aus Erhöhungs-Historie und Gemeinde-Status geprüft.
  • Sperrfrist nach § 558 Abs. 1 BGB: 12-Monats-Mindestabstand zur letzten Erhöhung — Guard blockiert frühen Folge-Versand.
  • Begründungstext kontextabhängig: qualifizierter Mietspiegel, einfacher Mietspiegel oder drei Vergleichsobjekte — der Brief-Editor liefert die juristisch passende Formulierung.
  • Zustimmungsfrist-Timer: Workflow wechselt automatisch nach 2 Monaten Schweigen — Klage nach § 558b BGB als Folge-Übergang dokumentiert.

So einfach funktioniert es

  1. 01

    Geplante Miete eingeben

    Sie hinterlegen die neue Miete pro Quadratmeter. F+B-Daten zur PLZ werden geladen — Sie sehen sofort, ob Sie im Korridor liegen.

  2. 02

    Drei Guards durchlaufen

    F+B-Validierung, Kappungsgrenze und Sperrfrist — jeder Guard mit klarem grün/rot-Status und Begründungstext bei Fehlschlag.

  3. 03

    Versenden und Zustimmungsfrist managen

    Brief-Editor liefert juristisch korrektes Anschreiben. 2-Monats-Timer startet automatisch — bei Schweigen Optionsweg Zustimmungsklage.

Der vollständige Zustandsraum

Der Mieterhöhungs-Sub-Workflow modelliert acht Zustände — fünf Vor-Versand-States für die Guard-Prüfung, drei Post-Versand-States für die Reaktion. Migration M238 verankert die Schema-Struktur sowie den F+B-Anbindungspunkt. Die zentralen Guards sind: F+B-Mietspiegel grün für kappungsgrenze_pruefen, Kappungsgrenze eingehalten für sperrfrist_pruefen, Sperrfrist abgelaufen für versandbereit_setzen:

f_b_anfragen

kappungsgrenze_pruefen
[F+B grün]

f_b_rot_korrigieren

sperrfrist_pruefen
[Kappung OK]

kappung_korrigieren

freigeben
[Sperrfrist OK]

versenden

zustimmung

timer_abgelaufen
[+2 Monate]

abschliessen

klage_einreichen
[§ 558b BGB]

verzicht

klage_abgeschlossen

abbrechen

entwurf

mietspiegel_validierung

kappungsgrenze_geprueft

sperrfrist_geprueft

versandbereit

versendet

zustimmung_eingegangen

zustimmungsfrist_abgelaufen

abgeschlossen

klage_zustimmung

abgebrochen

Die drei Validierungs-States (mietspiegel_validierung, kappungsgrenze_geprueft, sperrfrist_geprueft) sind als Kette modelliert — jeder darf nur weitergehen, wenn der vorhergehende Guard grün ist. Bei rotem Guard fällt der Workflow zurück auf entwurf und der Verwalter passt die geplante Miete an. Das Anpassen ist nicht versteckt — die Engine zeigt aktiv, welcher Wert (z. B. „max. 9,775 €/m² nach Kappungsgrenze”) akzeptabel wäre.

Beispiel: Frankfurter Wohnung, Erhöhung 8,50 € → 9,40 €/m²

Die 75-m²-Wohnung in der Frankfurter Innenstadt wird seit Mai 2021 vermietet, aktuelle Nettokaltmiete 8,50 €/m² (637,50 € im Monat). Heute ist Mai 2026 — die Sperrfrist von 12 Monaten ist seit der letzten Anpassung erfüllt. Frankfurt ist Mietkappungs-Gemeinde, also gilt 15 % als Kappungsgrenze.

Timer-ServiceMieterBrief-EditorF+B-ServiceImmoGenioVerwalterTimer-ServiceMieterBrief-EditorF+B-ServiceImmoGenioVerwalter"entwurf" — geplante Miete 9,40 €/m²1"f_b_anfragen"2PLZ 60311, 75 m², Baujahr 19953Ortsübliche Vergleichsmiete 10,20 €/m² (Spanne 9,40–11,00)4F+B grün — 9,40 € liegt im Korridor5"kappungsgrenze_pruefen"6Letzte Erhöhung 05/2024, max. 15% in 3 Jahren7Berechnung: 8,50 × 1,15 = 9,775 €/m² Obergrenze8Kappung OK — 9,40 < 9,7759"sperrfrist_pruefen"1012 Monate seit letzter Erhöhung — OK11Sperrfrist OK12"freigeben"13Anschreiben generieren (qualifizierter Mietspiegel)14"versenden"15Erhöhungs-Anschreiben (Einschreiben)16Timer 2 Monate gestartet17Zustimmung nach 6 Wochen18"zustimmung" — Wechsel zu zustimmung_eingegangen19"abschliessen" — Mietvertrag ab Stichtag angepasst20Workflow "abgeschlossen", neue Miete aktiv21

Drei Wochen vom Entwurf bis zur Aktivierung — und die juristischen Schwellen sind alle technisch geprüft, nicht händisch.

Technisch erzwungene Compliance

Der häufigste Fehler in der Praxis: Eine Mieterhöhung wird ohne ausreichende Mietspiegel-Basis versendet, der Mieter widerspricht, der Verwalter stellt erst spät fest, dass die Begründung nicht trägt — die Zustimmungsklage scheitert vor Gericht.

ImmoGenio macht das technisch unmöglich. Drei Guards stehen vor dem Versand, und jeder muss explizit grün sein. Der Verwalter sieht in Echtzeit, ob die geplante Miete im F+B-Korridor liegt — und falls nicht, welche Miete maximal zulässig wäre. Versucht er trotzdem zu versenden, blockiert die Engine den Übergang. Es gibt keinen Override-Pfad für die F+B-Validierung — das ist Absicht, weil eine Mieterhöhung ohne Mietspiegel-Bezug juristisch unhaltbar ist.

Die Kappungsgrenze ist gesetzlich verankert (§ 558 Abs. 3 BGB). Eine Erhöhung über die Kappungsgrenze hinaus ist nicht teilwirksam — sie ist insgesamt unwirksam, der Mieter muss gar nicht zustimmen. Der Workflow verhindert diesen Fehler vor dem Versand.

Zustimmungsfrist und Klage-Option

Die 2-Monats-Frist nach § 558b Abs. 2 BGB beginnt mit dem auf den Zugang folgenden Monat. Beispiel: Mieterhöhung geht am 12. März zu — Frist läuft bis 31. Mai. Der Workflow setzt den Timer automatisch und wechselt um Mitternacht des Fristablaufs in „zustimmungsfrist_abgelaufen”.

Danach hat der Verwalter 3 Monate Zeit für die Zustimmungsklage (also bis 31. August). Der Workflow zeigt diese Frist als gelb-warnenden Hinweis im Portal und blockiert den Übergang „klage_einreichen” nach Fristablauf nicht — aber er dokumentiert die Spätüberschreitung im Audit-Trail. Praktisch sinnvoll ist die Klage nur innerhalb der Frist.

Edge-Case: Teilzustimmung des Mieters

In rund 10 % der Fälle stimmt der Mieter nicht der vollen Erhöhung zu, sondern nur einer Teil-Erhöhung. Beispiel: Sie fordern 9,40 €/m², der Mieter bietet 8,90 €/m². Der Workflow erlaubt im Zustand versendet den Übergang nach zustimmung_eingegangen mit einem Teil-Wert. Sie als Verwalter entscheiden dann: Akzeptieren Sie die Teil-Zustimmung (Workflow → abgeschlossen mit 8,90 €), oder erheben Sie Klage auf die Differenz (Workflow → klage_zustimmung mit 0,50 € Streitwert). Beide Pfade sind im Audit-Trail dokumentiert.

Häufige Fragen

Warum ist die F+B-Validierung als Guard so wichtig?

Eine Mieterhöhung nach § 558 BGB ist nur wirksam, wenn die geforderte Miete die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreitet. Dafür braucht es eine belastbare Begründung — typischerweise ein qualifizierter Mietspiegel oder Vergleichsobjekte. Forschung+Beratung (F+B) liefert tagesaktuelle Mietspiegel-Daten für deutsche Großstädte. Der Workflow lässt den Versand der Mieterhöhung erst zu, wenn die F+B-Validierung grün ist — also die geplante Miete im Korridor der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Ohne Validierung kein Versand. Damit ist ausgeschlossen, dass eine offensichtlich überhöhte Mieterhöhung versendet wird.

Wie funktioniert die Kappungsgrenze nach § 558 Abs. 3 BGB?

Die Kappungsgrenze begrenzt den Anstieg der Miete innerhalb von drei Jahren — bundesweit auf 20 %, in Mietkappungs-Gemeinden auf 15 %. Der Workflow zieht die letzte Mieterhöhungs-Historie aus dem Mietvertrag, prüft die Gemeinde-Eigenschaft (Mietkappung ja/nein, Pflege via Stammdaten oder externer Datenquelle) und berechnet die maximale Erhöhung. Beispiel: Aktuelle Miete 8,50 €/m² in Frankfurt (Mietkappungs-Gemeinde). Maximaler Anstieg: 15 % auf 9,775 €/m² in 3 Jahren. Wer 9,40 €/m² fordert, bleibt unterhalb — Guard ist grün. Wer 10,20 €/m² fordert, überschreitet die Kappungsgrenze — Versand blockiert.

Was bedeutet die Sperrfrist nach § 558 Abs. 1 BGB?

Zwischen zwei Mieterhöhungen muss mindestens 12 Monate Sperrfrist liegen — und die letzte Erhöhung darf maximal 3 Jahre zurückliegen, um den Vergleichsmiete-Bezug nicht zu verlieren. Der Workflow prüft beides automatisch: Bei zu kurzer Sperrfrist blockiert die Engine, bei zu alter Vorerhöhung warnt sie aktiv, weil ein längerer Bezugszeitraum die Begründung der ortsüblichen Vergleichsmiete schwächt. Beide Werte fließen in den Guard zum Übergang „versandbereit" ein.

Was passiert, wenn der Mieter die Zustimmung verweigert oder schweigt?

Der Mieter hat 2 Monate Zeit zur Zustimmung (ab Zugang der Erhöhung plus den Monat des Zugangs). Der Workflow startet einen Timer und wechselt automatisch in „zustimmungsfrist_abgelaufen", wenn keine Zustimmung erfolgt. Der Verwalter hat dann drei Monate Zeit für die Zustimmungsklage nach § 558b Abs. 2 BGB — der Workflow stellt diesen Übergang als Option zur Verfügung und dokumentiert die Klage-Einreichung im Audit-Trail. Stimmt der Mieter teilweise zu (z. B. nur 8,90 € statt 9,40 €), wechselt der Workflow in „zustimmung_eingegangen" mit der Teil-Zustimmung als Notiz — und der Verwalter entscheidet, ob er den Rest einklagt oder die Teil-Erhöhung akzeptiert.

Wie sind Modernisierungs- und Vergleichsmiete-Erhöhungen abgegrenzt?

Eine Modernisierungs-Mieterhöhung nach § 559 BGB folgt einem eigenen Sub-Workflow und ist nicht an Mietspiegel oder Kappungsgrenze gebunden — sie wird aus den Modernisierungskosten berechnet. Dieser Workflow hier deckt ausschließlich die Vergleichsmiete-Erhöhung nach § 558 BGB ab. Der Verwalter wählt beim Start des Workflows zwischen beiden Pfaden — der gewählte Pfad bestimmt die anwendbaren Guards und das resultierende Anschreiben.

Wo finde ich den Mietspiegel für meine Stadt?

F+B (Forschung+Beratung) liefert qualifizierte Mietspiegel für rund 350 deutsche Städte — von Berlin und München bis zu mittelgroßen Gemeinden. ImmoGenio bezieht die Daten über die F+B-API und cached sie tagesgenau. Für Städte ohne qualifizierten Mietspiegel kann der Verwalter manuell drei Vergleichsobjekte hinterlegen oder ein einfacher Mietspiegel-PDF hochladen. In beiden Fällen ist der Begründungstext im Anschreiben automatisch passend formuliert — qualifizierter Mietspiegel hat eine andere Beweiskraft als einfache Vergleichsobjekte.

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