— GenioFlow · Indexmiete § 557b BGB

Indexanpassung in 6 Stufen — 4 Vertrags-Varianten, automatische VPI-Prüfung, 12-Monats-Frist erzwungen.

Die Indexmiete nach § 557b BGB ist eines der mächtigsten Werkzeuge der Mietpreis-Anpassung — aber auch eines der fehlerträchtigsten. Falsche Berechnungsvariante, verpasste 12-Monats-Frist, übersehene Übernächster-Monat-Regel — und die Erhöhung ist unwirksam. ImmoGenio modelliert die Indexanpassung als 6-State-Workflow mit 4 vertraglich hinterlegten Varianten, automatischem VPI-Import vom Statistischen Bundesamt und technisch erzwungener Wirksamkeits-Berechnung. Sie wählen einmal die Variante aus dem Vertrag, das System rechnet danach automatisch.

90 Min Recherche, Berechnung, Brief 8 Min Prüfung + Bestätigung
  • 6-State-Workflow: ruhend → index_geprueft → variante_gewaehlt → mieter_ankuendigung_versendet → wirksam_ab → abgeschlossen.
  • 4 Vertrags-Varianten technisch hinterlegt: prozentual_gleitend, prozentual_einmalig, absolut_gleitend, absolut_einmalig.
  • Monatlicher VPI-Auto-Import vom Statistischen Bundesamt — keine manuelle Index-Recherche mehr.
  • 12-Monats-Frist nach § 557b Abs. 2 BGB als technischer Guard — kein verfrühter Workflow-Start möglich.
  • Wirksamkeitsdatum automatisch nach „übernächster Monatserster"-Regel berechnet — nie eine Frist verpasst.
  • Ankündigung mit aufgeschlüsselter Berechnung: alter VPI, neuer VPI, prozentuale/absolute Differenz, alte und neue Miete.

So einfach funktioniert es

  1. 01

    VPI-Import und Frist-Prüfung

    Monatlicher Import des bundesweiten VPI vom Statistischen Bundesamt. Engine prüft jeden Vertrag auf 12-Monats-Frist und Anpassungspotenzial.

  2. 02

    Variante anwenden, Ankündigung generieren

    Die im Vertrag hinterlegte Variante rechnet die neue Miete. Mustervorlage befüllt sich mit allen Beträgen und Wirksamkeitsdatum.

  3. 03

    Wirksamkeit zum gesetzlichen Stichtag

    Die „übernächster Monatserster"-Regel wird automatisch berechnet. SOLL-Miete passt sich an, 12-Monats-Sperre für nächste Anpassung aktiv.

Der vollständige Zustandsraum

Der Indexanpassungs-Workflow modelliert sechs Zustände — von der initialen Prüfung über die Variantenwahl bis zur wirksamen Erhöhung. Drei zentrale Guards sind technisch erzwungen: 12 Monate seit letzter Anpassung für index_pruefen, Vertrags-Variante hinterlegt für variante_anwenden, Wirksamkeitsdatum erreicht für wirksam_ab:

index_pruefen
[12 Mon. seit letzter Anpassung]

variante_anwenden
[Variante im Vertrag hinterlegt]

ankuendigung_versenden

wirksamkeit_eintreten
[≥ übernächster 1.]

abschliessen

vertrag_endet

vertrag_endet

vertrag_endet

ruhend

index_geprueft

variante_gewaehlt

mieter_ankuendigung_versendet

wirksam_ab

abgeschlossen

Die vier Varianten sind als Sub-Status im Zustand variante_gewaehlt modelliert: prozentual_gleitend, prozentual_einmalig, absolut_gleitend, absolut_einmalig. Welche Variante gilt, wird aus der Vertragsklausel bei Vertragsabschluss hinterlegt — die Engine lässt keinen Workflow starten, wenn die Variante fehlt oder mehrdeutig ist.

Beispiel: Indexvertrag „Eichenallee 22, App. 3C” — VPI steigt von 110 auf 116,5

Familie K. hat einen Indexmiet-Vertrag seit Juni 2022, Anfangsmiete 850 €, Variante „prozentual-einmalig” (Anstieg seit letzter Anpassung wird auf aktuelle Miete addiert). Letzte Anpassung war im Juni 2025 mit VPI 110,0 — Miete wurde damals auf 880 € erhöht. Heute ist der 1. Juni 2026, der VPI für Mai 2026 wurde gerade veröffentlicht: 116,5. Anstieg seit letzter Anpassung: 5,9 %.

Der Ablauf:

BuchhaltungMieter (Familie K.)VerwalterImmoGenioEngine (monatlich)BuchhaltungMieter (Familie K.)VerwalterImmoGenioEngine (monatlich)Zustelldatum 04.06.202601.08.2026 erreichtVPI-Import 116,5 (Mai 2026)1Verträge mit 12+ Mon. seit Anpassung prüfen2Vertrag Eichenallee 22/3C → fällig3Zustand „index_geprueft"4Aufgabe „Indexanpassung Eichenallee 22/3C"5Variante prüfen: prozentual_einmalig6Berechnung: 880 € × (116,5/110,0) = 931,93 €7Zustand „variante_gewaehlt"8Ankündigung generieren9Mustervorlage mit allen Daten befüllen10Einschreiben am 02.06.2026 versendet11Wirksamkeit = übernächster 1. = 01.08.202612Zustand „mieter_ankuendigung_versendet"13SOLL-Miete 880 € → 931,93 €14Zustand „wirksam_ab"15„abschliessen" — 12-Monats-Sperre aktiv bis 01.08.202716

Die Berechnung ist deterministisch und reproduzierbar — der Audit-Trail zeigt die exakten VPI-Werte, die Variante, die mathematische Formel und das resultierende Wirksamkeitsdatum. Im Streitfall können Sie dem Mieter (oder seinem Anwalt) jeden Schritt offenlegen.

Die 4 Berechnungsvarianten im Detail

Die Vertragspraxis hat vier zulässige Berechnungsweisen herausgebildet. Welche gilt, ergibt sich aus der konkreten Formulierung der Indexklausel im Mietvertrag — ein Punkt, der bei Übernahme alter Verträge sorgfältig geprüft werden muss.

Prozentual-gleitend: Die prozentuale VPI-Veränderung seit Vertragsbeginn wird auf die Anfangsmiete übertragen. Beispiel: VPI Vertragsbeginn 100, VPI aktuell 116,5 → Anstieg 16,5 % → neue Miete = Anfangsmiete × 1,165.

Prozentual-einmalig: Die prozentuale Veränderung seit letzter Anpassung wird auf die aktuelle Miete addiert. Beispiel oben mit Familie K.: 880 € × (116,5/110,0) = 931,93 €.

Absolut-gleitend: Die absolute VPI-Differenz seit Vertragsbeginn wird auf die Anfangsmiete addiert — selten in modernen Verträgen, weil die VPI-Punkte schwer interpretierbar sind.

Absolut-einmalig: Die absolute Differenz seit letzter Anpassung — ebenfalls selten.

ImmoGenio hinterlegt die Variante bei Vertragsabschluss als Enum-Wert. Die Engine wählt die korrekte Formel und rechnet — Sie müssen keine Excel-Tabelle pflegen, kein Datenblatt mehr „im Kopf” haben.

Technisch erzwungene Compliance

§ 557b BGB hat drei harte Grenzen, die ImmoGenio technisch durchsetzt:

Erstens die 12-Monats-Frist nach Abs. 2: Eine Anpassung ist erst 12 Monate nach der letzten möglich. Die Engine prüft die letzte abgeschlossene Anpassung und blockt einen neuen Workflow-Start vor Fristablauf. Versuchen Sie es trotzdem, lehnt das System mit Hinweis auf den nächstmöglichen Termin ab.

Zweitens die „übernächster Monat”-Regel nach Abs. 2 Satz 2: Die Erhöhung wird wirksam mit Beginn des übernächsten Monats nach Zugang beim Mieter. Engine berechnet das automatisch aus dem Versanddatum (oder Zustelldatum bei Einschreiben). Versuchen Sie, den Zustand „wirksam_ab” zu früh zu setzen, lehnt die Transition ab.

Drittens die Bezugnahme auf den bundesweiten VPI: Regionale Indizes sind unzulässig. ImmoGenio importiert ausschließlich den offiziellen bundesweiten VPI vom Statistischen Bundesamt und lässt keine Alternativen zu.

Damit ist die Erhöhung formal nicht angreifbar — solange die Vertragsklausel selbst rechtswirksam war (das prüft die Engine bei Vertragsabschluss durch eine Klauselvalidierung gegen aktuelle Rechtsprechung).

Kopplung an Modernisierungs-Workflow und Vermietung

Indexanpassungen können parallel zu Modernisierungsumlagen nach § 559 BGB laufen — beide sind nach ständiger BGH-Rechtsprechung kumulierbar, sofern die Modernisierung nicht den Index-Anstieg „verursacht” hat. ImmoGenio modelliert beide als separate Sub-Workflows am Mietvertrag. In der Ankündigung wird transparent ausgewiesen, welcher Anteil aus dem Index und welcher aus der Modernisierung stammt — wichtig für die Rechtmäßigkeitsprüfung des Mieters.

Endet der Mietvertrag (Kündigung, Aufhebung, Tod), reagiert der Index-Workflow mit „vertrag_endet” und schließt ordnungsgemäß ab. Die Mietenhistorie bleibt bei der Einheit erhalten — wichtig für die spätere Neuvermietung, um Mietpreisbremse (§ 556d BGB) korrekt zu berechnen.

Häufige Fragen

Was sind die 4 Varianten der Indexanpassung?

In der Vertragspraxis haben sich vier Berechnungs-Varianten etabliert, die alle nach § 557b BGB zulässig sind: (1) prozentual-gleitend — der prozentuale VPI-Anstieg seit Vertragsbeginn wird auf die Anfangsmiete übertragen, (2) prozentual-einmalig — der prozentuale Anstieg seit letzter Anpassung wird auf die aktuelle Miete addiert, (3) absolut-gleitend — die absolute VPI-Differenz seit Vertragsbeginn wird auf die Anfangsmiete addiert, (4) absolut-einmalig — die absolute Differenz seit letzter Anpassung wird auf die aktuelle Miete addiert. Welche Variante gilt, ergibt sich aus der Vertragsklausel. ImmoGenio lässt Sie die Variante einmal hinterlegen und rechnet danach automatisch.

Wie oft kann ich die Indexmiete anpassen?

Nach § 557b Abs. 2 BGB frühestens 12 Monate nach der letzten Anpassung — und auch nicht in den ersten 12 Monaten des Mietverhältnisses. ImmoGenio prüft diese Frist als technischen Guard: Ein Anpassungs-Workflow lässt sich erst nach Ablauf der 12 Monate starten. Versuchen Sie es vorher, antwortet die Engine mit einem validation_error und nennt das nächstmögliche Datum.

Wann wird die Erhöhung wirksam?

Nach § 557b Abs. 2 Satz 2 BGB mit Beginn des übernächsten Monats nach Zugang der schriftlichen Mitteilung beim Mieter. Beispiel: Ankündigung geht am 15. Mai zu, dann wirkt die Erhöhung ab 1. Juli. ImmoGenio berechnet dieses Datum automatisch aus dem Versanddatum (bei Einschreiben: Zustelldatum laut Trackingnummer) und blockt den Übergang nach „wirksam_ab" vor diesem Datum.

Welcher Index gilt — der bundesweite VPI oder der regionale?

Nach § 557b BGB ist nur der bundesweite Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland zulässig. Regionale Indizes oder ältere Preisindizes wie der Lebenshaltungskosten-Index sind nicht mehr indexmiet-tauglich. ImmoGenio importiert monatlich die offiziellen Werte des Statistischen Bundesamts und prüft, dass nur der bundesweite VPI in den Verträgen referenziert ist.

Was ist mit Indexmiete in Zeiten von Deflation?

Theoretisch könnte der VPI auch fallen — dann müsste die Miete sinken. In der Praxis ist das seit Jahrzehnten nicht passiert. ImmoGenio lässt eine Minderung jedoch zu, sofern die Vertragsklausel dies nicht explizit ausschließt. Bei vereinzelten Verträgen mit Ausschluss („Mietminderung wegen Indexrückgang ausgeschlossen") bleibt der Workflow im Zustand „index_geprueft" und meldet keine Anpassung. So vermeiden Sie unzulässige Senkungs-Ankündigungen.

Kann ich Indexanpassung und Modernisierungs-Umlage kombinieren?

Ja — § 559 BGB-Modernisierungsumlagen sind unabhängig von der Indexmiete und können gleichzeitig laufen. ImmoGenio modelliert beide als separate Sub-Workflows am Mietvertrag, die parallel existieren. In der Ankündigung wird klargestellt, welcher Anteil der Erhöhung aus dem Index und welcher aus der Modernisierung resultiert — wichtig für die rechtliche Wirksamkeit beider Erhöhungen.

Bereit, Ihre Verwaltung zu digitalisieren?

45 Tage volle Professional-Suite testen — Tarif-Wahl erst nach dem Test, ohne Bankdaten.